NIS2 und die Bedeutung eines integrierten Managementsystems
- Martina Just

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Mit der neuen NIS2-Richtlinie verschärft die Europäische Union die Anforderungen an Cyber- und Informationssicherheit erheblich. Viele Organisationen konzentrieren sich bei der Umsetzung zunächst auf ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS), beispielsweise nach ISO 27001.
Doch in der Praxis zeigt sich schnell: Die Anforderungen von NIS2 betreffen weit mehr als nur klassische Informationssicherheit. Sie betreffen Prozesse, Lieferketten, Risikomanagement, Business Continuity und Governance. Genau hier wird ein integriertes Managementsystem (IMS) entscheidend.
Was ist ein integriertes Managementsystem?
Ein integriertes Managementsystem (IMS) verbindet mehrere Managementstandards in einer gemeinsamen Struktur. Statt separate Systeme für unterschiedliche Themenbereiche zu betreiben, werden Prozesse, Dokumentation und Governance miteinander verzahnt.
Typische Bestandteile eines IMS sind beispielsweise:
Informationssicherheitsmanagement (ISO 27001)
Qualitätsmanagement (ISO 9001)
Business Continuity Management (ISO 22301)
Risikomanagement (z. B. ISO 31000 oder ISO 27005)
IT-Service-Management (ISO 20000)
Datenschutzmanagement
Das Ziel ist eine ganzheitliche Steuerung von Organisation, Risiken und Prozessen.
Warum ein ISMS allein für NIS2 oft nicht ausreicht
Die NIS2-Richtlinie fordert eine Vielzahl organisatorischer und technischer Maßnahmen, darunter:
Risikomanagement
Incident Management
Business Continuity
Lieferketten-Sicherheit
Governance und Verantwortlichkeiten
Sicherheitsmaßnahmen für IT-Systeme und Netzwerke
Diese Themen überschneiden sich mit verschiedenen Managementdisziplinen. Ein isoliertes ISMS deckt zwar einen großen Teil der Anforderungen ab, jedoch nicht alle organisatorischen Aspekte vollständig.
Beispiele:
Business Continuity
Die Sicherstellung der Betriebsfähigkeit bei Cybervorfällen ist ein zentraler Bestandteil von NIS2. Dieser Bereich wird typischerweise durch Business Continuity Management nach ISO 22301 strukturiert abgedeckt.
Lieferkettenrisiken
NIS2 fordert eine Bewertung von Risiken innerhalb der Lieferkette. Hier greifen Prozesse aus dem Qualitätsmanagement (ISO 9001) sowie dem Risikomanagement.
Governance und Unternehmenssteuerung
NIS2 betont ausdrücklich die Verantwortung der Unternehmensleitung. Governance-Strukturen sind häufig Teil eines integrierten Managementsystems.
Vorteile eines integrierten Managementsystems für NIS2
Ganzheitliches Risikomanagement
Ein IMS ermöglicht eine übergreifende Betrachtung von Risiken. Cyberrisiken werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit:
Geschäftsprozessen
Lieferketten
Betriebsunterbrechungen
regulatorischen Anforderungen
Dadurch entsteht ein realistischeres Bild der Gesamtrisikolage.
Effizientere Umsetzung regulatorischer Anforderungen
Viele Anforderungen von NIS2 überschneiden sich mit bestehenden Standards. Ein integriertes System vermeidet:
doppelte Prozesse
redundante Dokumentation
parallele Audits
Organisationen können vorhandene Strukturen nutzen und erweitern.
Bessere organisatorische Verankerung von Sicherheit
Cybersicherheit wird durch NIS2 zur Managementaufgabe. In einem IMS sind Verantwortlichkeiten klar definiert und in bestehende Führungs- und Steuerungsprozesse integriert.
Das erleichtert auch die Einbindung von Bereichen außerhalb der IT, etwa:
Einkauf
Qualitätsmanagement
Compliance
Risikomanagement
Geschäftsführung
Verbesserte Audit- und Nachweisfähigkeit
Regulatorische Anforderungen wie NIS2 verlangen nachvollziehbare Prozesse und Dokumentation. Ein integriertes Managementsystem ermöglicht:
konsistente Dokumentation
strukturierte Auditprozesse
bessere Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und Maßnahmen
Dies wird insbesondere bei Behördenprüfungen relevant.
NIS2 als Treiber für integrierte Sicherheits- und Managementstrukturen
Die NIS2-Richtlinie zwingt Organisationen dazu, ihre Sicherheitsstrategie stärker in die Gesamtorganisation zu integrieren.
Während früher einzelne Sicherheitsmaßnahmen oder isolierte Managementsysteme ausreichend waren, verlangt NIS2 zunehmend eine vernetzte Steuerung von Risiken, Prozessen und Verantwortlichkeiten.
Ein integriertes Managementsystem bietet dafür den idealen Rahmen.
Die Compliance-Lösung
Mit Normtracker lassen sich integrierte Managementsysteme digital abbilden und steuern. Unsere Lösung ermöglicht es Unternehmen, verschiedene Standards, beispielsweise Informationssicherheit, Qualität, Business Continuity oder Risikomanagement, in einem gemeinsamen System zu verwalten.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der individuellen Anpassung: Normtracker wird nicht als starres Tool eingesetzt, sondern kann gezielt auf die Struktur, Prozesse und Projekte eines Unternehmens zugeschnitten werden. So lassen sich NIS2-Anforderungen, interne Projekte und Managementsysteme in einer zentralen Plattform zusammenführen.
Das Ergebnis:
klare Übersicht über Normanforderungen und Maßnahmen
strukturierte Steuerung von Sicherheits- und Compliance-Projekten
bessere Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen
nachhaltige Integration von NIS2 in bestehende Managementstrukturen
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